Infiltrationstherapie

     

Besonders bei bandscheibenbedingten Rückenschmerzen mit Nervenwurzelkompressionszeichen wie Ausstrahlungsschmerzen ins Bein, Verstärkung der Schmerzen bei Husten und Pressen, eventuellen Muskelschwächen im betroffenen Bein und Taubheitsgefühlen wie Bamstigkeit oder Ameisenlaufen hat sich seit Jahren international die Durchführung von gezielten rückenmarksnahen Injektionen direkt an den betroffenen Stellen durchgesetzt (u.a. Wurzelblockaden oder sakrale epidurale Infiltrationen). Trotzdem wird heute vielfach noch immer bei der Diagnose "Bandscheibenvorfall mit Nervenwurzelkompression" das wesentlich ineffektivere Vorgehen einer stationären Aufnahme, mit langen Liegezeiten und einer Kombination von rein medikamentösen Therapien mit physikalischen Basismaßnahmen, gewählt. Die Besserungsrate und Besserungsgeschwindigkeit ist bei dieser Form der Therapie meist sehr bescheiden und benötigt naturgemäß mehrere Wochen.

Warum ist dies der Fall? Die entzündungshemmende Substanz, und diese benötigen wir in diesem Fall unbedingt zur Abschwellung der Nervenwurzel, kommt zumeist nicht ausreichend nahe an die betroffene Wurzel heran, da bei einer Wurzelkompression auch das umliegende Gewebe (und damit die Gefäße) komprimiert ist. Das heißt, dass zwar die Wirksubstanz im ganzen Körper hoch ist und mitunter auch zu einer Belastung von Magen und Niere führen kann, die optimale Konzentration direkt bei der entzündeten Wurzel aber unzureichend ist.

Stattdessen ist es möglich, durch eine gezielte Infiltration an die Nervenwurzel (unter Umgehung des Blutgefäßsystems) eine unmittelbare Umspülung der betroffenen geschwollenen Nervenwurzel zu erzielen, bei der sich die Wirksubstanz direkt um die Nervenwurzel verteilt und sich die konzentrierte Wirkung am Zentrum der Ursache entfalten kann. Dies erklärt auch, dass bereits 2-3 Injektionen im Abstand von 3-5 Tagen mit einem Lokalanästhetikum und einer niedrigdosierten entzündungshemmenden Substanz meist zu einer dramatischen Verbesserung der Symptomatik führen kann. Dies spart massiv Tage von Bettlägrigkeit bzw. Tage mit Akutschmerzen ein, was zu einer wesentlich kürzeren Wiederherstellungszeit in der Rehabilitation führt.

Auch wenn der sogenannte "Sympathicus", ein wichtiger Teil des unwillkürlichen Nervensystems an der Schmerzaufrechterhaltung oder Schmerzverschlimmerung mitverantwortlich ist, ist es durch gezielte Spezialblockaden möglich, oft sehr eindrucksvoll die Schmerzspirale zu durchbrechen und den Patienten für weiterführende Therapien empfänglich zu machen.

Durch jahrelange Praxis und die geeigneten Rahmenbedingungen sind wir in der Lage, den Großteil dieser Spezialinfiltrationen an unserem Schmerzzentrum durchzuführen.